Repression – 1.000 Kreuze Marsch 2019

Du erwartest Repression wegen den Protesten gegen den 1.000 Kreuze Marsch? Komm vorbei ins Antirep-Café – jeden Sonntag ab 15 Uhr, Elisabethstraße 11. Für rechtliche Fragen gibt’s die Rechtshilfe-Termine: Jeden ersten und dritten Montag im Monat ab 19 Uhr in der Ulrike-Gschwandtner-Straße 5 (ARGEkultur), 1. Stock gleich rechts.

Statement der Autonomen Wohnfabrik

Inhaltswarnung: Sexualisierte Gewalt (ohne konkrete Beschreibung)

Liebe Leute,
bis Mitte/Ende Mai hatten wir in unserem Kollektiv eine mehrmals sexualisiert übergriffige Person.
Diese Person ist mittlerweile ausgezogen und hat sämtliche Kollektive verlassen.
Wir sehen uns in der Pflicht euch darüber zu informieren, da solche Vorfälle niemals verschwiegen werden dürfen.
Im Zuge der Aufarbeitung dieser Vorfälle hat sich eine Unterstützer_innen Gruppe gebildet die Betroffene
unterstützt und deren Interessen vertritt.
Falls euch übergriffiges Verhalten auffällt, oder jemand sich euch gegenüber übergriffig verhält, nehmt es nicht einfach hin und erzählt anderen davon!
Wenn es Vorfälle gibt von denen ihr wisst, oder wenn etwas in eurem Umfeld passiert, könnt ihr jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen.
Zurzeit bieten sich dafür jeden Donnerstag unsere
Pool-Veranstaltungen als Möglichkeit an.
Alternativ könnt ihr uns über Facebook, Mail oder per Brief erreichen.

Gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt in jeder Form!

-Das Kollektiv der Autonomen Wohnfabrik

Bericht über Pro Choice Aktionen am 25. Juli 2019

Am Donnerstag den 25. Juli 2019 fanden in Salzburg vielseitige Proteste gegen den von HLI und Euro Pro Life veranstalteten sogenannten „1000 Kreuze Marsch“ statt, bei dem christlich fundamentalistische AbtreibungsgegnerInnen gegen das Recht auf Selbstbestimmung und einen freien Zugang zu Schwangerschaftsabbruch weiße Holzkreuze durch die Stadt tragen.

Der Tag begann mit der Pro Choice Demo am Hauptbahnhof um 11.30 Uhr, bei der sich über 170 Menschen einfanden, um für einen freien und anonymen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen, Selbstbestimmung, geschlechtliche Vielfalt und gegen die Instrumentalisierung von Menschen mit Behinderung zu demonstrieren. Auch aus anderen Städten waren Aktivist_innen angereist um an der Demo teilzunehmen. Zwei Aktivistinnen aus Deutschland wurden an der Anreise gehindert und in Freilassing festgehalten.

Gegen 12.00 Uhr ging die Demo über die Rainerstraße und Franz- Joseph Straße in die Linzergasse, wo ein Redebeitrag vor der Kirche der Petrus Brüder abgehalten wurde. Diese fallen immer wieder durch Antisemitismus und antifeministischen Ideologien auf. Danach ging der Demozug durch die gut besuchte Linzergasse bis zum Platzl, wo die Abschlusskundgebung mit einem Redebeitrag zu Selbstbestimmung und dem Recht auf Abtreibung in leichter Sprache endete.

Dem Aufruf zum anschließenden Blockieren des „1000 Kreuze Marsches“ folgte ein Großteil der Demo. Um 14.30 Uhr fanden sie sich am Mozartplatz ein, wo an die 70 Fundis gerade ihren „Gebetszug“ starten wollten. Sie wurden mit Parolen, Trillerpfeiffen, Transpis und Plakaten daran gehindert ihre fundamentalistischen Propaganda hör und sichtbar zu machen. Schon nach 20 Metern, als der „Gebetszug“ , von Pro Choice Aktivist_innen begleitet, in die Kaigasse einbog, wurden sie erfolgreich blockiert. Über 30 Aktivist_innen sperrten die Straße mit Transparenten und stellten sich den Fundis lautstark in den Weg. Mindestens eine halbe Stunde stand der „Gebetszug“ still und wurde mit Parolen und Lärm beschallt. Daraufhin kesselte die Polizei die erste Blockade und die Fundis mussten die Route ändern und zurückgehen. Auch hierbei wurden sie stetig von Pro Choice Aktivist_innen begleitet.
Auf der Karolinenbrücke hatten die Fundis geplant Rosen für die „ungeborenen Kinder“ in die Salzach zu werfen. Dort gab es eine weitere Blockade, die sie daran hinderte ihre ultra religiöse „Zeremonie“ abzuhalten. Durch den lautstarken aktivistischen Widerstand, wurden die Fundis aus der Stadt gedrängt. Die „Rosen Zeremonie“ konnte nur in einer Ecke des Volksgarten Parks stattfinden. Um dorthin zu gelangen musste die Polizei die Blockade gewaltsam wegschieben.

Auch im Volksgarten blieben sie nicht ungestört. Zu ihrem eigenen Schutz musste die Polizei die fundamentalistische Schlusskundgebung einkesseln um weitere Störungen zu vermeiden. Während die Fundis ihre „Rosen Zeremonie“ abhielten wurden sie über eine Stunde von Pro Choice Aktivist_innen mit lauten Gesang aus einem „Anarcha-Feministischen Gebetsbuch“ übertönt. Umgedichtete Kirchenlieder wie „Freiheit unser du heißt Feminismus“ sollen Ihnen noch lange im Ohr bleiben.

An die 30 Personen wurden während der ganzen Zeit in der Kaigasse festgehalten und einzeln aus dem Kessel gezogen, um ihre Identität festzustellen. Viele von ihnen wurden daraufhin auch ins Polizeianhaltezentrum gebracht. Als nur noch wenige Leute im Kessel waren kam es zu einer Auseinandersetzung mit der Polizei, bei der eine Person von mehreren Polizisten zu Boden gerissen und fixiert wurde. Eine weitere Person soll laut der Polizei einen Polizisten niedergerannt haben und ihr droht dadurch eine Anzeige wegen Widerstand. Sie wurden ebenfalls ins Polizeianhaltezentrum gebracht.

Dort warteten bereits über 30 Aktivist_innen solidarisch auf die Gefangenen mit Essen, Kuchen und kalten Getränken. Gegen 19.30 Uhr wurden die letzten Aktivist_innen freigelassen. Allen Blockadeteilnehmer_innen wird nicht-Einhaltung des 50 Meter Sicherheitsabstandes zum „1000 Kreuze Marsch“ vorgeworfen.

Das heißt für uns: wir werden bald Geld benötigen, denn wir lassen keine Person mit ihrer Repression alleine. Wenn ihr die Möglichkeit habt, stellt doch eine Soli Kasse für die Repressionskosten auf. Macht ein Solikonzert, fragt eure Oma um Geld oder plündert „andere Geldquellen“.

Für die Leute, die selber von Repression im Zuge der Pro Choice Proteste betroffen sind: Ihr seid nicht allein! Bei rechtlichen Fragen wendet euch vertrauensvoll an die Rechtshilfe. Jeden 1. und 3. Montag im Monat ab 19 Uhr in der Ulrike-Gschwandtner-Straße 5 (ARGEkultur), 1. Stock gleich rechts.

Falls ihr sonst irgendwie Unterstützung braucht könnt ihr euch auch gerne bei unsern lokalen linken Strukturen melden. Zum Beispiel im Infoladen, der Autonomen Wohnfabrik, dem Anna 96 und im Sub. Kommenden Donnerstag, den 1. August von 18-22.00 Uhr habt ihr die Möglichkeit ins Atelier, Elisabethstraße 11 zu kommen, falls ihr Redebedarf habt. Vorfälle mit der Polizei können psychisch belastend sein. Wir lassen euch auch damit auf keinen Fall alleine.
Nach der Demo ist vor der Demo: der nächste „Marsch fürs Lebens“ der Fundis in Salzburg ist für den Herbst angekündigt. Natürlich nicht ohne unseren Widerstand. Meldet euch, wenn ihr mit uns gegen diese fundamentalistische, antifeministische und reaktionäre Propaganda kämpfen wollt. Es ist dringend notwendig.

Auch jeden 1. Samstag im Monat brauchen wir Unterstützung. An diesen Tagen beten die Fundis vor dem Landeskrankenhaus, in dem auch Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. An ihnen müssen ungewollt Schwangere vorbei die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben. Auch wir sind mit Transparanten vor Ort. Wir werden nicht aufhören, solange sie ihr antifeministisches Weltbild verbreiten. Dazu braucht es noch größeren und lauteren Protest. Darum kommt doch um 9 Uhr an jedem ersten Samstag im Monat vor das Landeskrankenhaus.
Stay tuned. Aktuelles und mehr Infos auf unserem Blog:
prochoicesbg.noblogs.org

Denn: Pro Choice is Ois!

Pro Choice is ois! Gegen den 1.000 Kreuze Marsch am 25.7.!

Kommenden Donnerstag organisieren religiöse FundamentalistInnen wie auch die Jahre zuvor in Salzburg den sogenannten Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben“ . Ziel dieses Marsches ist der Angriff auf reproduktive Selbstbestimmung, Hetze gegen Schwangerschaftsabbrüche sowie gegen Sexualaufklärung.

Das wird nicht unkommentiert bleiben! Setzen wir gemeinsam ein klares Zeichen bei der Demonstration am 25.7 um 11:30 am Salzburger Hauptbahnhof.

PRO CHOICE IS OIS!

Weitere Infos unter:
https://prochoicesbg.noblogs.org/
https://fida-blog.info

Transpi von Pro Choice Aktivist_innen aus Salzburg / Street Art von feminist killjoy aus Wien

Statement vom Anna96

Inhaltswarnung: Sexualisierte Gewalt (ohne konkrete Beschreibung)

Statement:
Wir haben jetzt einem Typen, der sexualisierte Übergriffe an mehreren Personen verübte, mit sofortiger Wirkung Hausverbot erteilt. Dieser Typ war bis Jänner Teil des Kollektivs, dann ist er ausgestiegen. Doch da er öfters Konzerte bei uns veranstaltete, oder teilweise auch das Anna96 öffnete, hatten viele Menschen den Eindruck, dass er weiter Teil des Kollektivs war. Wenn ihr sexualisierte Übergriffe bei uns erlebt habt oder erlebt, könnt ihr euch gerne an uns wenden. Ansprechpersonen sind mindestens die Personen hinter der Bar. Es gibt auch eine Unterstützer_innengruppe für Betroffene von sexualisierten Übergriffen, die sich aufgrund der Geschehnisse gegründet hat.
Im Anna96 haben Sexismus, sexualisierte Übergriffe und andere Diskriminierungsformen keinen Platz! Gegen Sexismus, sexualisierte Übergriffe Diskriminierung!
Das Anna96 Kollektiv

Rozbrat bleibt!

Der Rozbrat Squat ist der älteste Squat in Polen und steht vor der unmittelbaren Zwangsräumung, da ein Gerichtsvollzieher die Versteigerung des Hauses plant.
Wir schicken solidarische Grüße von Salzburg nach Poznan. Mehr Infos unter: http://www.rozbrat.org/

Quelle: Indymedia

Revolutionssteuer

 

Liebe Leute!

Gutes Wetter, harte Zeiten… Wir sind pleite! Wenn ihr wollt, dass es uns noch länger gibt, wäre eine Spende super!

An alle, die was übrig haben, oder ihr Urlaubsgeld mit uns teilen wollen gibts hier unsere Bankverbindung:

Sparda Bank
Infoladen Salzburg
IBAN: AT46 4300 0035 0141 0000
BIC: VBOEATWWXXX

Wir freuen uns auch sehr über Daueraufträge!

Dringend wärs…

Solidarische Grüße
Infoladen Salzburg

P.S.: Dieses charmante Rundschreiben darf gerne weitergeleitet werden.

Constance x Harm Soli-Tape

Am Nationalfeiertag 2016 versuchten Antimilitarist_innen in Salzburg gegen das nationalismus- und kriegsverherrlichende Spektakel der Bundesheer Leistungschau ein Zeichen zu setzen. Daher entrollten sie am Mozartsteg ein Transparent mit der Aufschrift: „Soldaten sind Mörder! Nationalismus raus aus den Köpfen!“ Der gewaltfreien Aktion setzte der gewaltbereite Repressionsapparat des Staates ein Ende: ca. 40 Beamt_innen gingen auf die 7 Aktivist_innen los und nahmen sie fest, wodurch ein Aktivist zu Boden geschmissen und von den Beamt_innen übel zugerichtet wurde. Obwohl die Transparent-Aktion im Rahmen der Versammlungsfreiheit war und somit dem Polizeieinsatz jegliche rechtliche Grundlage fehlt, erhielt genau jener attackierte Aktivist 15(!) Monate später von der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen „Widerstand gegen die Staatsgewalt“. 12 Monate lang versuchte er sich durch mehrere Verhandlungen gegen diese Anzeige zu wehren, blieb jedoch leider erfolglos.

Um unseren Genossen zu unterstützen, haben wir mit ihm gemeinsam beschlossen seine Erfahrung mit staatlicher Repression auf humorvolle Art und Weise zu vertonen und um sie dann auf Kassette mit euch zu teilen. Mit den Einnahmen dieser Kassetten werden die noch offenen Anwaltskosten bezahlt.

Getroffen hat es einen, gemeint sind wir alle!

Soli-Tape-Release: Samstag, 6. Juli 2019 im Anna96. Hier geht’s zur Veranstaltung!

Das Album zum Anhören gibt’s auf Bandcamp.

Rosa Hofmann

Heute, am 27. Mai 2019, wäre Rosa Hofmann 100 Jahre alt geworden. Im Stölzlpark in Maxglan wird heute das Denkmal für Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus eröffnet.

Passend zum Thema teilen wir hier einen Comic von Ari über Rosa Hofmann.