Post von der Polizei? Meldet euch!

Falls ihr für euer feministisches Engagement am 25. 7. 2019 eine Anzeige kassiert habt: ihr seid nicht allein!

Über 30 Leute wurden bei den Pro-Choice-Aktionen gegen den 1000-Kreuze-Marsch in Salzburg wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz angezeigt.

Das bedeutet, dass irgendwann in den nächsten Wochen ein gelber Zettel in eurem Postkastl liegen könnte, und ihr einen eingeschriebenen Brief von den Bullen mit dem Titel “Strafverfügung” bekommt. Dabei gehts um eine Verwaltungsübertretung, also sowas wie ein Strafzettel.

Falls ihr einen solchen Zettel bekommt, meldet euch bei uns. Schreibt uns an prochoice_sbg@systemli.org. Hier erfahrt ihr, wie ihr als ersten Schritt auf diesen Brief antwortet. Unseren PGP-Key für verschlüsselte Mails bekommt ihr hier.

Wir werden mit der Repression kollektiv und solidarisch umgehen, denn feministischer Protest lässt sich nicht verbieten!

Repression – 1.000 Kreuze Marsch 2019

Du erwartest Repression wegen den Protesten gegen den 1.000 Kreuze Marsch? Komm vorbei ins Antirep-Café – jeden Sonntag ab 15 Uhr, Elisabethstraße 11. Für rechtliche Fragen gibt’s die Rechtshilfe-Termine: Jeden ersten und dritten Montag im Monat ab 19 Uhr in der Ulrike-Gschwandtner-Straße 5 (ARGEkultur), 1. Stock gleich rechts.

Statement der Autonomen Wohnfabrik

Inhaltswarnung: Sexualisierte Gewalt (ohne konkrete Beschreibung)

Liebe Leute,
bis Mitte/Ende Mai hatten wir in unserem Kollektiv eine mehrmals sexualisiert übergriffige Person.
Diese Person ist mittlerweile ausgezogen und hat sämtliche Kollektive verlassen.
Wir sehen uns in der Pflicht euch darüber zu informieren, da solche Vorfälle niemals verschwiegen werden dürfen.
Im Zuge der Aufarbeitung dieser Vorfälle hat sich eine Unterstützer_innen Gruppe gebildet die Betroffene
unterstützt und deren Interessen vertritt.
Falls euch übergriffiges Verhalten auffällt, oder jemand sich euch gegenüber übergriffig verhält, nehmt es nicht einfach hin und erzählt anderen davon!
Wenn es Vorfälle gibt von denen ihr wisst, oder wenn etwas in eurem Umfeld passiert, könnt ihr jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen.
Zurzeit bieten sich dafür jeden Donnerstag unsere
Pool-Veranstaltungen als Möglichkeit an.
Alternativ könnt ihr uns über Facebook, Mail oder per Brief erreichen.

Gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt in jeder Form!

-Das Kollektiv der Autonomen Wohnfabrik

Bericht über Pro Choice Aktionen am 25. Juli 2019

Am Donnerstag den 25. Juli 2019 fanden in Salzburg vielseitige Proteste gegen den von HLI und Euro Pro Life veranstalteten sogenannten „1000 Kreuze Marsch“ statt, bei dem christlich fundamentalistische AbtreibungsgegnerInnen gegen das Recht auf Selbstbestimmung und einen freien Zugang zu Schwangerschaftsabbruch weiße Holzkreuze durch die Stadt tragen.

Der Tag begann mit der Pro Choice Demo am Hauptbahnhof um 11.30 Uhr, bei der sich über 170 Menschen einfanden, um für einen freien und anonymen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen, Selbstbestimmung, geschlechtliche Vielfalt und gegen die Instrumentalisierung von Menschen mit Behinderung zu demonstrieren. Auch aus anderen Städten waren Aktivist_innen angereist um an der Demo teilzunehmen. Zwei Aktivistinnen aus Deutschland wurden an der Anreise gehindert und in Freilassing festgehalten.

Gegen 12.00 Uhr ging die Demo über die Rainerstraße und Franz- Joseph Straße in die Linzergasse, wo ein Redebeitrag vor der Kirche der Petrus Brüder abgehalten wurde. Diese fallen immer wieder durch Antisemitismus und antifeministischen Ideologien auf. Danach ging der Demozug durch die gut besuchte Linzergasse bis zum Platzl, wo die Abschlusskundgebung mit einem Redebeitrag zu Selbstbestimmung und dem Recht auf Abtreibung in leichter Sprache endete.

Dem Aufruf zum anschließenden Blockieren des „1000 Kreuze Marsches“ folgte ein Großteil der Demo. Um 14.30 Uhr fanden sie sich am Mozartplatz ein, wo an die 70 Fundis gerade ihren „Gebetszug“ starten wollten. Sie wurden mit Parolen, Trillerpfeiffen, Transpis und Plakaten daran gehindert ihre fundamentalistischen Propaganda hör und sichtbar zu machen. Schon nach 20 Metern, als der „Gebetszug“ , von Pro Choice Aktivist_innen begleitet, in die Kaigasse einbog, wurden sie erfolgreich blockiert. Über 30 Aktivist_innen sperrten die Straße mit Transparenten und stellten sich den Fundis lautstark in den Weg. Mindestens eine halbe Stunde stand der „Gebetszug“ still und wurde mit Parolen und Lärm beschallt. Daraufhin kesselte die Polizei die erste Blockade und die Fundis mussten die Route ändern und zurückgehen. Auch hierbei wurden sie stetig von Pro Choice Aktivist_innen begleitet.
Auf der Karolinenbrücke hatten die Fundis geplant Rosen für die „ungeborenen Kinder“ in die Salzach zu werfen. Dort gab es eine weitere Blockade, die sie daran hinderte ihre ultra religiöse „Zeremonie“ abzuhalten. Durch den lautstarken aktivistischen Widerstand, wurden die Fundis aus der Stadt gedrängt. Die „Rosen Zeremonie“ konnte nur in einer Ecke des Volksgarten Parks stattfinden. Um dorthin zu gelangen musste die Polizei die Blockade gewaltsam wegschieben.

Auch im Volksgarten blieben sie nicht ungestört. Zu ihrem eigenen Schutz musste die Polizei die fundamentalistische Schlusskundgebung einkesseln um weitere Störungen zu vermeiden. Während die Fundis ihre „Rosen Zeremonie“ abhielten wurden sie über eine Stunde von Pro Choice Aktivist_innen mit lauten Gesang aus einem „Anarcha-Feministischen Gebetsbuch“ übertönt. Umgedichtete Kirchenlieder wie „Freiheit unser du heißt Feminismus“ sollen Ihnen noch lange im Ohr bleiben.

An die 30 Personen wurden während der ganzen Zeit in der Kaigasse festgehalten und einzeln aus dem Kessel gezogen, um ihre Identität festzustellen. Viele von ihnen wurden daraufhin auch ins Polizeianhaltezentrum gebracht. Als nur noch wenige Leute im Kessel waren kam es zu einer Auseinandersetzung mit der Polizei, bei der eine Person von mehreren Polizisten zu Boden gerissen und fixiert wurde. Eine weitere Person soll laut der Polizei einen Polizisten niedergerannt haben und ihr droht dadurch eine Anzeige wegen Widerstand. Sie wurden ebenfalls ins Polizeianhaltezentrum gebracht.

Dort warteten bereits über 30 Aktivist_innen solidarisch auf die Gefangenen mit Essen, Kuchen und kalten Getränken. Gegen 19.30 Uhr wurden die letzten Aktivist_innen freigelassen. Allen Blockadeteilnehmer_innen wird nicht-Einhaltung des 50 Meter Sicherheitsabstandes zum „1000 Kreuze Marsch“ vorgeworfen.

Das heißt für uns: wir werden bald Geld benötigen, denn wir lassen keine Person mit ihrer Repression alleine. Wenn ihr die Möglichkeit habt, stellt doch eine Soli Kasse für die Repressionskosten auf. Macht ein Solikonzert, fragt eure Oma um Geld oder plündert „andere Geldquellen“.

Für die Leute, die selber von Repression im Zuge der Pro Choice Proteste betroffen sind: Ihr seid nicht allein! Bei rechtlichen Fragen wendet euch vertrauensvoll an die Rechtshilfe. Jeden 1. und 3. Montag im Monat ab 19 Uhr in der Ulrike-Gschwandtner-Straße 5 (ARGEkultur), 1. Stock gleich rechts.

Falls ihr sonst irgendwie Unterstützung braucht könnt ihr euch auch gerne bei unsern lokalen linken Strukturen melden. Zum Beispiel im Infoladen, der Autonomen Wohnfabrik, dem Anna 96 und im Sub. Kommenden Donnerstag, den 1. August von 18-22.00 Uhr habt ihr die Möglichkeit ins Atelier, Elisabethstraße 11 zu kommen, falls ihr Redebedarf habt. Vorfälle mit der Polizei können psychisch belastend sein. Wir lassen euch auch damit auf keinen Fall alleine.
Nach der Demo ist vor der Demo: der nächste „Marsch fürs Lebens“ der Fundis in Salzburg ist für den Herbst angekündigt. Natürlich nicht ohne unseren Widerstand. Meldet euch, wenn ihr mit uns gegen diese fundamentalistische, antifeministische und reaktionäre Propaganda kämpfen wollt. Es ist dringend notwendig.

Auch jeden 1. Samstag im Monat brauchen wir Unterstützung. An diesen Tagen beten die Fundis vor dem Landeskrankenhaus, in dem auch Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. An ihnen müssen ungewollt Schwangere vorbei die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben. Auch wir sind mit Transparanten vor Ort. Wir werden nicht aufhören, solange sie ihr antifeministisches Weltbild verbreiten. Dazu braucht es noch größeren und lauteren Protest. Darum kommt doch um 9 Uhr an jedem ersten Samstag im Monat vor das Landeskrankenhaus.
Stay tuned. Aktuelles und mehr Infos auf unserem Blog:
prochoicesbg.noblogs.org

Denn: Pro Choice is Ois!

Pro Choice is ois! Gegen den 1.000 Kreuze Marsch am 25.7.!

Kommenden Donnerstag organisieren religiöse FundamentalistInnen wie auch die Jahre zuvor in Salzburg den sogenannten Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben“ . Ziel dieses Marsches ist der Angriff auf reproduktive Selbstbestimmung, Hetze gegen Schwangerschaftsabbrüche sowie gegen Sexualaufklärung.

Das wird nicht unkommentiert bleiben! Setzen wir gemeinsam ein klares Zeichen bei der Demonstration am 25.7 um 11:30 am Salzburger Hauptbahnhof.

PRO CHOICE IS OIS!

Weitere Infos unter:
https://prochoicesbg.noblogs.org/
https://fida-blog.info

Transpi von Pro Choice Aktivist_innen aus Salzburg / Street Art von feminist killjoy aus Wien

Statement vom Anna96

Inhaltswarnung: Sexualisierte Gewalt (ohne konkrete Beschreibung)

Statement:
Wir haben jetzt einem Typen, der sexualisierte Übergriffe an mehreren Personen verübte, mit sofortiger Wirkung Hausverbot erteilt. Dieser Typ war bis Jänner Teil des Kollektivs, dann ist er ausgestiegen. Doch da er öfters Konzerte bei uns veranstaltete, oder teilweise auch das Anna96 öffnete, hatten viele Menschen den Eindruck, dass er weiter Teil des Kollektivs war. Wenn ihr sexualisierte Übergriffe bei uns erlebt habt oder erlebt, könnt ihr euch gerne an uns wenden. Ansprechpersonen sind mindestens die Personen hinter der Bar. Es gibt auch eine Unterstützer_innengruppe für Betroffene von sexualisierten Übergriffen, die sich aufgrund der Geschehnisse gegründet hat.
Im Anna96 haben Sexismus, sexualisierte Übergriffe und andere Diskriminierungsformen keinen Platz! Gegen Sexismus, sexualisierte Übergriffe Diskriminierung!
Das Anna96 Kollektiv

Rozbrat bleibt!

Der Rozbrat Squat ist der älteste Squat in Polen und steht vor der unmittelbaren Zwangsräumung, da ein Gerichtsvollzieher die Versteigerung des Hauses plant.
Wir schicken solidarische Grüße von Salzburg nach Poznan. Mehr Infos unter: http://www.rozbrat.org/

Quelle: Indymedia

1000-Kreuze-Marsch blockieren!

Salzburg, 25. 7. 2019

Demo: 11:30 Uhr, Salzburg Hauptbahnhof

Danach: 1000-Kreuze-Marsch blockieren! Für mehr feministischen Widerstand!

Für einen freien Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen!

Schluss mit der Instrumentalisierung von Menschen mit Beeinträchtigung durch rechte Gruppierungen!

Jedes Jahr im Sommer wird die Salzburger Altstadt Bühne eines befremdlichen Spektakels: ultra-religiöse FundamentalistInnen veranstalten einen sogenannten „Gebetszug 1000 Kreuze für das Leben“. Weiße Holzkreuze tragend ziehen selbsternannte „LebensschützerInnen“ dabei durch die Gassen. Organisiert wird das antifeministische Event von Human Life International (HLI, Lebenszentrum Salzburg) gemeinsam mit EuroProLife (München). Der „1000 Kreuze Marsch“ in Salzburg ist ein Treffen christlicher AntifeministInnen aus Österreich, Bayern und Südtirol.

Der Zweck ihres Auftrittes: Propaganda gegen reproduktive Selbstbestimmung und gegen Emanzipation ganz allgemein. Die ultra-religiösen Gruppierungen lehnen nicht nur Schwangerschaftsabbrüche ab, sie sprechen sich auch gegen jegliche Verhütungsmittel und fortschrittliche Sexualaufklärung aus. Somit treten sie für Zwangs-Schwangerschaften und eine Gebärpflicht für Frauen und Mädchen ein. Homosexualität und geschlechtliche Vielfalt sind ihnen ein Dorn im Auge – als einzige Form des Zusammenlebens gilt ihnen die konservative Kernfamilie mit möglichst vielen leiblichen Kindern.

Zudem instrumentalisieren diese Gruppierungen Menschen mit Beeinträchtigung für ihre rechte Agenda. Unter dem Vorwand, diese schützen zu wollen, spielen sie gezielt Menschen mit Beeinträchtigungen und Lernschwierigkeiten gegen ungewollt Schwangere aus. Aktuell betreibt eine rechte Gruppierung diese niederträchtige Argumentation besonders vehement: die MacherInnen der Kampagne #Fairändern. Unterstützt von Mitgliedern aus ÖVP und FPÖ, dem konservativen Männerbund CV (Cartellverband) und der katholischen Kirche holt #Fairändern aktuell zu einem Schlag gegen die teilweise Straffrei-Stellung von Schwangerschaftsabbrüchen (Fristenlösung) aus.

Wenn wir dem nicht jetzt unseren Widerstand entgegensetzen, sieht es schlecht aus für ungewollt Schwangere.

Dem wollen wir entgegentreten. Wir rufen zu einer Pro-Choice-Demo und zum Blockieren des 1000-Kreuze-Marsches auf.

Außerdem laden wir alle Feministinnen und anderen fortschrittlichen Menschen, mit und ohne Beeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten, dazu ein, sich zu verbünden.

Wir verwenden die Begriffe Menschen mit Be_hinderung, Beeinträchtigung und Lernschwierigkeiten. Wir sind selber nicht betroffen, aber wollen dem Rechnung tragen, dass es verschiedene Selbstbezeichnungen gibt. Als Nicht-Betroffene wollen wir uns nicht für eine Bezeichnung entscheiden, die manchen Betroffenen möglicherweise nicht gerecht wird.

In leichter Sprache:

Wir sind für die freie Entscheidung

für oder gegen einen

Schwangerschaftsabbruch.

Dafür braucht es gute Unterstützung

und solidarische Menschen.

 

Leider gibt es viele Menschen

die der Meinung sind,

dass Frauen nicht selbst über ihren eigenen Körper

entscheiden sollen.

Solche Menschen nennen wir Abtreibungsgegner

und Gegnerinnen.

Sie versuchen Frauen zu bevormunden.

Sie versuchen Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen.

Sie denken sie wissen besser was für uns gut ist.

Sie denken wir können keine eigenen Entscheidungen treffen.

 

Diese Meinung vertreten sie

am 25. Juli 2019 in der Salzburger Innenstadt.

Sie marschieren mit weissen Kreuzen.

Sie haben Schilder mit Lügen in der Hand.

Zum Beispiel

Frauen sind Mörderinnen

wenn sie abtreiben.

 

Das ist falsch!

 

Wir wollen verhindern,

dass diese Lügen verbreitet werden.

 

Wir lassen uns kein schlechtes Gewissen machen!

Wir entscheiden selbst!

 

Pro Choice is ois!

Pro Choice ist Englisch

und heisst

selbst entscheiden.

Man sagt pro tschois.

 

Is ois ist salzburgerisch.

und heisst

ist alles.

Der ganze Satz heißt

Selbst entscheiden ist alles!

Mehr Infos: prochoicesbg.noblogs.org/

Revolutionssteuer

 

Liebe Leute!

Gutes Wetter, harte Zeiten… Wir sind pleite! Wenn ihr wollt, dass es uns noch länger gibt, wäre eine Spende super!

An alle, die was übrig haben, oder ihr Urlaubsgeld mit uns teilen wollen gibts hier unsere Bankverbindung:

Sparda Bank
Infoladen Salzburg
IBAN: AT46 4300 0035 0141 0000
BIC: VBOEATWWXXX

Wir freuen uns auch sehr über Daueraufträge!

Dringend wärs…

Solidarische Grüße
Infoladen Salzburg

P.S.: Dieses charmante Rundschreiben darf gerne weitergeleitet werden.